WV 29.10.2018 Rückzug


Meine Nachbarin, die Rosa, würde sagen d"ie Pflanzen ziehen ein". Nachdem der wilde Wein in seinem Purpur erglüht und vom Sturm verweht ist, bleiben die Paradeiser und Prunkwinden und was da noch alles an Stauden  und Blättern ist und dahin dunkelt. Seit Tagen heize ich. Ist gemütlich drinnen und draußen wars mit der Sonne heute auch freundlich. Ein Tratscherl mit einer Freundin aus dem Nachbardorf. So als hätte die Zeit sich verzögert. Jetzt, scherenschnittartige Abdrücke vor dem Fenster, bevor es ganz dunkel wird. Ich nenne die Figur "Schnitterin".

 

Wien 23.10.2018 mehr von Gerda Boyesen 1922 - 2005

Ich schlage willkürlich eine Seite im Buch: „Von der Lust am Heilen“ Gerda Boyesen 1995 und Claudia Leudesdorff und Christoph Santner, auf. Seite 131 mit dem Kapitel: In einem Boot sitzen, in zwei Richtungen rudern? Und zitiere. Wenn das erlaubt ist. Ist ja aus dem Zusammenhang. Na ja, ich tue es.
G.B. ….."Psychoanalyse hat häufig den Charakter des Katz und Maus Spiels. Die Therapie ist lieblos. Ständig wird nach dem Mausloch gesucht, nach der Abwehr des Klienten. Er wird manipuliert und es wird ihm unterstellt, dass er gar nicht gesund werden will - das ist die größte Idiotie."...
Sie traut sich schon was, die Gerda Boyesen. So herzuziehen über die hochheilige Psychoanalyse. Zu riskieren, da als Körperpsychotherapeutin ohnehin schon einen schwierigen Stand in der etablierten Zunft, noch mehr unter Beschuss zu geraten. Aber ich denke, dass sie, wie sie sagte, schon in ihrer Weiblichkeit gut gegründet war. Viele Geschichten ranken sich, durfte ich miterleben. Mich freuen, mich wundern. Ich durfte bei ihr lernen, sie interviewen. Ich würde ihr jetzt gerne wieder begegnen.

Wien 12.10.2018 Matriarchatsfilmreihe

 
Zusammen Film schauen ist gut - sage ich doch immer. Darum das Film Cafe im Zentrum PUUN. Der Film aus der Matriarchatsfilmreihe „Eine Minang besucht eine Mosuo“ war wieder berührend und fein. Wir begleiten dabei Selfia Susanti aus Westsumatra, auf ihrer Reise nach Südchina zum Lugo See, wo sie Sadhama und ihre Familie, die sie, wie wir, nur aus dem Film "Wo die freien Frauen wohnen" kennt, besucht. Schön bei dieser Begegnung dabei sei zu können und den Mosuo beim Leben zuzuschauen.
  Ein verlangsamter und feiner Abend. Selbst das Pferd im Film darf langsam sein. Danke an alle Mitgestalterinnen und GästInnen. Foto oben: Selfia in der Mosuotracht.  Großmutter sieht sich das Handyfoto an, dass dann nach Sumatra geschickt wird. Auf den Fotos unten tauschen Sadhama und Selfia ihre traditionelle Kleidung. Sadhama zerkugelt sich über den "Hut". Selfia zur Kamera: "So schaut der Hut eben aus!" (auf deutsch) Selfia ist ein Sprachentalent, unterrichtet Deutsch und liebt die deutsche Sprache.
  

Hermine Brzobohaty-Theuer | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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