Waldviertel 23.6.2013 Nebelstein

Gehe über grüne Matten mit Frauenmantel, Girsch, Glockenblumen. Margeriten, Lupinien, Fingerhüten. Rosa Schafgarbe entzückt mich. Gehen, schauen, staunen, sich orientieren. Ein Auto hält, weil ich gerade in meiner Karte schaue. Ich werde eingeladen auf den Nebelstein hinauf zu fahren. Da ich soeben erkannt hatte, dass ich zu weit von meiner Route weg bin, fahre ich ein Stück mit. Dann kraxle ich wieder weiter bergauf. In der Hütte gibt’s einen saftigen Schweinsbraten mit Waldviertlerknödel. Ich gehe zur Bergspitze mit den großen Steinblöcken, genannt drei Riesen, oder sinds Riesinnen? Weit ist der Blick. Gut hier windgeschützt zu sitzen.

Hole mir noch einen doppelten Korn vom Hüttenwirt Franz, der studierter Ethnologe ist und sammle die gelben Sterne des Johannakrauts. Ich mag es in trüben Zeiten davon ein paar Tropfen dieser Essenz einzunehmen.

Waldviertel 22.6.2013 Daten

„Der britische Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ) zapft nach einem Bericht der Zeitung „Guardian“ Telefon- und Internetkabel an und gibt große Mengen von persönlichen Informationen an die US-Behörde NSA weiter. Die Aktion mit dem Namen „Tempora“ laufe seit etwa eineinhalb Jahren.“ lese ich im Internet Rundfunk.

Was ist zu tun, wie sich verhalten, wie Inhalte selber weitergeben? Beispielsweise Fotos auf denen Wissen gespeichert ist, von dem ich denke, dass es weitergegeben werden soll. Fotos und Wissen aus dem feministischen Blick und Blickwinkel. Kann ich steuern, dass dieses Wissen an die Personen kommt, die damit nicht missbräuchlich umgehen. Nein, ich glaube nicht. Bei Fotos könnte ich ein schönes Album machen und einladen sie zu betrachten, oder wieder zum Diaabend zurückkehren. Ist das eine Möglichkeit, reicht sie mir? Spielball von Google und anderen zu sein gefällt mir nicht. Was dann?

Waldviertel 21.6.2013 Sonnwend

Über 1000 m erhebt sich der Nebelstein mit riesigen Granitblöcken und Kabelmast. Abends sind auf der Hütte außer mir keine Gäste mehr. Am nächsten Sonntag gibt’s dann Klezmer Musik auf der Tesasse mit Blick ins weite Land.

Wieder drunten im Tal brennen die Sonnwendfeuer, eines beim Moorteich mit Ausschank und Schlagermusik. Ingeborg stoppt mich und ist überglücklich mitzufahren zu können, weil das Gehen schwierig für sie ist. Sie fotografiert mich bereitwillig und wir verbrennen dann beim großen Feuer was „Altes“.

 

 

Hermine Brzobohaty-Theuer | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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