Wien, 19.1.2023 Grippe und Lesen

Was soll Eine bei 3 Wochen Grippe noch machen? Schlafen, biss`l essen, Filme schauen, lesen und viel Tee trinken. Vorzugweise Ingwertee mit Zitrone und Honig. Auch wenn meine Freundin Ona meint, dass der die Stimmbänder und Schleimhäute austrocknet. Ich liebe es, wenn der Tee so warm den Schlund hinunter rinnt.

Meinen intensiven Lesegebrauch, den ich sonst aus der Bücherei befriedige, stille ich zur Zeit aus den Regalen meiner Tochter. Sie bevorzugt bei Griechenlandreisen, griechische Krimis zu lesen. Ich liebe es jetzt, in der grauen Stadt, über Meer, Maccia, Hitze, Souvlaki, griechischen Alltag und kriminelle Verstrickungen zu lesen. Dabei werden, wie in guten Kriminalromanen, bestimmte Lebensumstände berührt, wie die gegenwärtigen politischen, wie Korruption, Immobilienschacher, Umweltthemen. Im letzten Roman ging es um Migration und das Schicksal eines jungen Nigerianers. Nicht so lustig. Der Autorin Stella Bettermann, deren Eltern, ebenso wie die ihres Protagonisten, Nick Zakos teils griechisch, teils deutscher Herkunft sind, gelingt ein lebendiges, spannendes Szenario zu beschreiben. Diese Herkunft ist keine Vorrausetzung, denn ich habe schon sehr steife und langweilige Krimis mit diesem Hintergrund (halb) gelesen. Leo Kanaris ist griechischer und irischer Abstammung und versteht es ebenfalls spannende und die aktuellen Themen Griechenlands zu vermitteln. Dann habe ich zu einer österreichischen Autorin, was ich selten tue, Ursula Poznanski gegriffen. Die Protagonistin ihrer neuen Trillerserie ist eine verdeckte Ermittlerin, die beim Zentralfriedhof in Wien in einem Blumengeschäft Kränze und Sträuße bindet. Der Plot ist originell. Ich kenne die Simmeringer Hauptstraße und den Zentralfriedhof gut. Habe als Kind am Weg zum Grab meiner Großeltern Eichkatzerln gefüttert. Frauen als Heldinnen mag ich (natürlich), die sich durch die unmöglichsten Lebensumstände durchschlagen und doch? Einerseits sind mir ihre Beschreibungen manchmal zu brutal und blutrünstig. Da habe ich den Trick, die Absätze zu überspringen und dann mag ich anscheinend mehr die Beschreibungen von Landschaften, Lebensumständen und Namen, die mir unvertraut sind, wie beispielsweise finnische von Lena Lektolainnen. Vielleicht regt das meine Phantasie mehr an. Dann habe ich noch die australische Autorin Emma Viskic entdeckt. Ihr erster Roman „No Sound“, bekam einige bedeutende Preise und begeisterte Kritiken. Mich spricht an, dass ihr Protagonist schwerhörig ist und sich dadurch bestimmte schwierige Situationen ergeben, die ich wegen meiner Gehörschwäche gut nachvollziehen kann und interessiertbin, wie er sie bewältigt. Emma Viskic hat, um die Figur ihres Helden authentisch beschreiben zu können, die australische  Gebärdensprache AUSLAN gelernt.

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Hermine Brzobohaty-Theuer | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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