WV 1.11.2023 Dias de Muertos


Ich bin der Einladung des Weltmuseums in Wien gefolgt und zum mexikanischen Totenfest gegangen. Habe mir noch eine Blume ins Haar gesteckt und die roten mexikanischen Stiefel angezogen. Treffe mich mit Ona in der gefüllten Säulenhalle, wo die Präsentation des  Totenaltares schon im Gange ist. Geschmückt von orangfarbenen Kunst Targete und Näschereien für die Verstorbenen. Schnaps muss auch sein und deren Fotos. Je mehr ich schreibe (eine Aufgabe für die Kulturantropologie) desto tiefer tauche ich ein und denke mehr zu verstehen vom Gedenken und vom Feiern, vom schwingenden Netz zwischen den Lebenden und den Toten. Es ist so ein riesiger Unterschied zum österreichischen Allerheiligen. Bunt, laut, mit Musik, fröhlich.
  
Die Künstlerin Stephany Rodríguez Cabañas gestaltet für das Weltmuseum Wien eine Ofrenda,(Totenaltar) die von 26. Oktober bis 7. November in der Säulenhalle kostenlos zu sehen ist.

Wien 22.10.2023 Albatros

Letzter Tag der Ausbildung
Spannend ist mit Paarhaltungen auf die rituelle Reise zu gehen. Einige Statuetten sind deutlich männlich-weiblich gestaltet. Andere als weibliche Paare. Wir haben die sogenannte „Albatroshaltung ausgewählt. Sie hat eine Gesichts Bemalung in blau/grün, wie eine Augenmaske. Wir saßen uns paarweise gegenüber und dadurch entstand eine verstärkte Resonanz und Sicherheit mit der Frau gegenüber.

Strahlende Augen          
Albatros flieg -
spürt sich leicht
über die Welt
über das Meer
Flügel
breitet sich aus
beschützt
und gleitet sanft
ins BLAU  

                                                

WV 8.Okt 2023 Über die Grenze schauen

 

Eine Freundin besucht mich im Weinviertel und ich schlage ihr den Besuch von Schloss LEDICE vor, das in der Tschechischen Republik, an der Grenze zu Österreich liegt. Ich lese im Reiseführer, dass es von den Liechtensteiner im 14. Jhdt. erworben und im 19. Jhd. in einen englischen Tudorstil umgebaut wurde.

Wir fahren durch die österreichischen und dann tschechischen Dörfer. In Lednice wird es schon touristischer mit mehr Restaurants und Andenken Geschäften. Natürlich alles tschechisch beschriftet. Auch am Parkplatz Stände mit Sturm, Sonnenbrillen, Paschminaschals und großen Stoffgänsen zum Knuddeln. Martinstag ist auch nicht fern.
Für uns beide ist dieser Besuch ein Abenteuer. Beide kommen wir das erste Mal hierher. Schon der Übertritt über die Grenze ist mit Erinnerungen und Gefühlen belegt.
Der Besuch des Schlossparks ist gratis. Das Parken nicht. Kostet 160 Kronen. Wir haben die Kronen vergessen. Und wie geht das am Parkautomaten? Schauen diskret dem Mann vor uns übe die Schulter. Es gelingt uns dann.
Das Schloss in Sand Gelb mit vielen Spitztürmen liegt mächtig da. Die Liechtensteiner hatten die finanzielle Basis. Woher ist ein anderes Forschungsthema.
Wir folgen dem Besucherstrom aus Familien, jungen Paaren, asiatisch aussehenden Besuchern kommen aus einem Bus.

Wir gehen in den Park, suchen uns eine geschützte Stelle und genießen unser mitgebrachtes Essen. Das Green Haus zieht uns an. Es wurde im 19. Jhdt. an das Schloss angebaut. Da ist es auch wärmer, feucht und sehr grün. Auch hier, wie vor dem Schloss junge Frauen die Selfies machen. Die Blüten der tropischen Pflanzen sind für die meisten Besucher: innen attraktiv zum Fotografieren. Eine zarte Gartenbank steht hier. Sissi würde sich gut ausnehmen. Bilder von Miramare tauchen bei mir auf. Mehr als die von Schloss Schönbrunn. Es ist eine gemäßigter Zahl an Besuch an diesem kühlen Sonntag. Ein Foto im Palmenhaus zeigt die sogenannten Katakomben mit Deckenglasfenster. Hier gab es Gartenausstellungen. Chinesisches Porzellan ist zu sehen. Im Park ein Teich mit Insel und ein Fluss mit Booten. Das Cafe mit orientalischen Ornamenten und blauen Kacheln ist eigentlich das Wasserwerk. Ein Minarett gibt es auch. Stufen von Löwen bewacht führen in den Teich. Seerosen. Wir umkreisen den Teich. Finden ein graues Kindermützchen. Glücklich sind zwei tschechisch sprechende junge Familien kurz vor uns. Wir laufen ihnen nach. Es ist ihre Mütze. Der kleine blonde Bub im Sportwagen lässt sich widerstandslos die Mütze aufsetzen und schaut uns groß an. Der Vater, ein dunkelhaariger, schlanker junger Mann lächelt und bedankt sich mit „Danke!“, auf Deutsch. Kurz Regen. Gewaltige exotische Bäume.
Wir kommen beim Hinterausgang des Schlosses an und die ca. 20 Besucher:innen der Führung kommen heraus. Auch hier vom Alter her gemischtes Publikum. Ich frage nach. Die Führerin erklärt mir in Englisch, dass es heute die letzte Führung war. Nächstes Wochenende wäre es wieder möglich.
Durch die geöffnete Türe sehe ich einen Geiger. Eine Musikalische Darbietung beschließt also die 45-minütige Führung. Roter Samt, Spiegel. Sissi geht um die Ecke.

 

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Hermine Brzobohaty-Theuer | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Adresse: 1030 Wien, Stanislausgasse 4/9 | Tel.: +43 676 47 49 112

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