Wien 29.1.2023 Felicitas D. Goodman`s Geburtstag

Das erste Mal 1985, als ich Dr.  Felicitas D. Goodman traf hielt sie einen Vortrag im großen Hörsaal der Universität Wien über Glossolalie. Ich war sehr beeindruckt von ihrer Stimme und ihrer Persönlichkeit, als sie uns die Klänge vorführte und die Bedeutung erklärte.

Felicitas Goodman gründete das Institut in Cuyamungue in der Nähe von Santa Fe 1979 nach ihrer Emeritierung. Sie begann wieder Deutschland, Ungarn und Österreich zu besuchen, um ihre Verwandten zu sehen. Auf einem Schiff auf der Donau, von Wien nach Budapest, kam sie in Kontakt mit einer Journalistin und erzählte ihr von ihren Recherchen. Der Partner der Journalistin war ein berühmter Theologe, Adolf Holl, und er war sehr interessiert an Felicitas Arbeit. Als er eine TV-Serie über Religionen der Welt plante, zeigte der letzte und siebente Teil die Rituellen Körperhaltungen nach und mit Felicitas D. Goodman als außerreligiöse, spirituelle Möglichkeit. Die Aufnahmen wurden in München gedreht und das Studiopersonal war über die Wirkung der Ekstatischen Trance in "heller Aufregung".

Von dieser Zeit an kam Felicitas nach Wien, um Vorlesungen an der Universität Wien im Lehrplan der Kultur- und Sozialanthropologie zu halten.  In München und Wien forschte sie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychologie mit Prof. Giselher Guttmann über die Reaktion des Körpers in Trance.  Sie hielt Vorträge auf Kongressen und gab Kurse über Rituelle Körperhaltungen und Ekstatische Trance in übeevollen Lehrsälen.

Als ich Felicitas neues Buch "When the spirits ride the wind" 1990 las, hatte ich den starken Wunsch sie zu treffen und ich reiste 1995 nach Cuyamungue, um bei einem Kurs  und einen Maskentanz teilzunehmen. Ich lud Felicitas ein, wenn sie nach Wien käme, bei mir, in meinem Haus zu logieren. Und von diesem Zeitpunkt an kam sie jedes Jahr und wir wurden Freunde. Ich erinnere mich, dass wir im Botanischen Garten spazieren gingen, in der Küche saßen und Holundersaft zubereiteten. Felicitas war eine begnadete Köchin. Die erste Mahlzeit in Cuyamungue, als Gast, war eine extrawürzige Linsensuppe, gekocht von Felicitas.  Einige Freunde und Kollegen besuchten sie in meinem kleinen Gästezimmer und ihr kleiner Koffer konnte nur mit Mühe alle Geschenke aufnehmen.

Eine große Freude war, dass wir den 85. Geburtstag von Felicitas Goodman an der Hauptuniversität Wien zelebrierten. Mit einem Symposium haben einige Wissenschaftler:innen, wie Dr. Christine Neugebauer Maresch, die  Finderin der 35.000 alten weiblichen Statuette in einer Trancehaltung von Stratzing/Rehberg in Österreich, Dr. Giselher Gutmann, Vorstand des Psychologischen Institutes, Vorträge über die interdisziplinären Verbindungen zur Arbeit von Felicitas Goodman gehalten.   
Der Rektor der Universität freute sich über diese Ehrung und Feier, die seiner Meinung nach heilende Energie in die Universität bringen würde, und hieß Felicitas D. Goodman persönlich herzlich willkommen.
Eine sehr große Freude für uns alle war es, gemeinsam ein Ekstatisches Trance Ritual zu machen. Fünf Personen rasselten und 250 Personen standen in der Trance-Haltung des Bären. Es war sehr berührend. Klassische und Roma-Musik, Wein aus der archäologischen Stätte und ein Festbuffet rundeten das Symposium ab.
Felicitas lud mich ein, das Training für Instructor zu machen und lud mich auch nach Cuyamungue ein.

Mit Susanne Jarausch zusammen gründeten wir 2013 das Felicitas Goodman Institut-Österreich. Wir veröffentlichten Newsletter und auf einer eine Homepage gibt es Informationen über die Tätigkeiten des Institutes und viele sehr interessante Fotos über Exkursionen und archäologische Funde.  Auch mit den Kolleg:innen in Deutschland stehen wir in engem Kontakt. In meiner psychotherapeutischen Praxis ist auch die Arbeit mit der ekstatischen Trance wichtig und eine herzerwärmende Freude. Ich gebe Rituale mit der Ecstatic Trance und bilde Personen zu Trainerinnen aus. Die ekstatische Trance in die Welt zu bringen, ist ein großes Bedürfnis und eine kraftvolle Energie für mich und so oft bin ich Felicitas dankbar für ihre Arbeit und dass ich das Geschenk hatte, sie zu treffen. Jetzt trinke ich einen kleinen Schnaps auf sie.

Wien, 21.1.2023 Leben

2.November 2020. Ein Mann schreit von einem Balkon in der Innenstadt von Wien:“ „Schleich di du Oa…….“. Das gilt einem Mann der eben 4 Menschen erschossen hat. Meine Freundin Gudrun würde tödlich getroffen. Sie war eine freundliche, hilfsbereite junge Frau, die sich an diesem warmen Tag, vor dem Lockdown, durch die belebte Innenstadt bewegte. Und nun höre ich im Radio, von einer ukrainischen Schriftsteller:in diesen Satz, der anscheinend für viele ein Ventil war. Für mich nicht. Ich bekomme noch immer einen Knödel im Hals und Druck im Herz, wenn ich mich an Gudrun und ihre selbstlosen Gesten erinnere.

Wien 20.1.2023 Schnee

A bissal Schnee und sogar den hab ich verschlafen. Staunnen als ich aus dem Haus ging und auf Facebook schaute.
So vielfältig kann Eine die Welt erkennen.

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Hermine Brzobohaty-Theuer | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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